Erinnerungstag für die Zwangsaussiedlungen​ an der innerdeutschen Grenze in Westmecklenburg

Vortrag/Lesung/Vorführung
Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze in Westmecklenburg
Am 20. Juni 2026, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr, findet der Erinnerungstag für die Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze in Westmecklenburg im Dorfgemeinschaftshaus in Schlagsdorf statt.
 
In zwei Aussiedlungsaktionen 1952 und 1961 verloren insgesamt über 3.000 Menschen aus den Dörfern im Grenzsperrgebiet in Westmecklenburg ihre Heimat. Sie traf der Verwurf, im Sinne der Machthaber politische nicht zuverlässig zu sein. Innerhalb von wenigen Stunden mussten sie ihre Sachen packen und wurden in das Innere der DDR transportiert, wo sie häufig unter widrigen Umständen ein neues Leben beginnen mussten. Bis 1990 konnten sie nicht in ihre Heimatdörfer zurück. Für die Zurückgebliebenen wirkten die beiden Zwangsaussiedlungswellen wie eine Disziplinierung für das weitere Leben im Sperrgebiet. Danach gab es immer wieder einzelne Fälle von Zwangsaussiedlungen, weil ein Familienmitglied erfolgreich in den Westen geflohen war oder andere Straftatvorwürfe anhängig waren. Seit den 1970er Jahren fielen ganze Dörfer im 500-Meter-Streifen den ausufernden Sperranlagen zum Opfer, die geschleiften Dörfer. Heute erinnern hier Gedenksteine an die ehemaligen Ortslagen. Wir wollen an die Menschen, ihre Schicksale und die geschleiften Orte in der ehemaligen Grenzregion erinnern.
 
  • Das Programm der Veranstaltung vereint historische Aufarbeitung, die Vermittlung der Geschichte und Fragen des öffentlichen Erinnerns. Fachleute berichten über ihre Arbeit und kommen mit den Gästen der Veranstaltung ins Gespräch. Prof. Hope Harrison aus den USA beschäftigt sich mit dem DDR-Grenzregime entlang der Ostseeküste. Dr. Felix Ludwig von der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn spricht über die Erfahrungen bei der Vermittlung der Geschichte der Zwangsaussiedlungen.
  • Ein aktueller Bezug wird durch den Vortrag von Martina Liedke von Amnesty International hergestellt. Sie spricht über Flucht und Vertreibungen im aktuellen Bürgerkrieg in Sudan.
  • Die Gedenkveranstaltung wird traditionell am Gedenkstein für das geschleifte Dorf Lankow stattfinden. Die Andacht hält die Pastorin Ulrike Kurzweg von der Kirchengemeinde Carlow-Schlagsdorf.
 
Der Erinnerungstag wird gefördert vom Landesbeauftragten Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Landeszentrale für politische Bildung M-V und dem Landkreis Nordwestmecklenburg. Die Kirchgemeinde Carlow-Schlagsdorf, das Biosphärenreservat Schaalsee und die Gemeinde Dechow unterstützen die Veranstaltung.
 
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, aber eine Anmeldung unter Tel.: 038875/20326 oder Mail: info@grenzhus.de ist notwendig.

Terminübersicht

Gut zu wissen

Eignung

  • für jedes Wetter

  • Zielgruppe Jugendliche

  • Zielgruppe Erwachsene

  • Zielgruppe Familien

  • Zielgruppe Senioren

  • für Gruppen

  • für Individualgäste

Zahlungsmöglichkeiten

Eintritt frei

Anreise und Parken

Parkplätze vor dem Dorfgemeinschaftshaus oder der Regionalschule (Hauptstraße 18 A)

Preisinformationen

Eine Anmeldung unter Tel.: +49 38875 / 20326 oder Mail: info@grenzhus.de ist notwendig.

Autor:in

Andreas Wagner
Hebbelstr. 10 A
19217 Schlagsdorf

Organisation

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