Der Bau der Kapelle in der Steinstraße ist eng mit dem Kaufmann Hans Frenzel, einem der reichsten Bürger der Stadt verbunden. Er wurde 1463 in Görlitz geboren, besuchte hier die Schule und erlernte den Beruf des Kaufmanns in Posen. Nach seiner Rückkehr leitete er hier die Geschäfte seines Onkels und heiratete 1493 die Tochter des Grundherrn von Friedersdorf. Sein gewaltiges Vermögen erwarb er durch eigene Geschäfte und das Erbe seines Schwiegervaters. Der Legende nach versprach er, der Heiligen Anna eine Kapelle zu bauen, um endlich einen Erben für sein Geschäft zu bekommen. Lange bemühte er sich gegen zahlreiche Widerstände um eine die Genehmigung für einen solchen Bau, der einem Bürger so nicht zustand. Erst 1508, nach dem Tod seines ständigen Widersachers Georg Emmerich, dessen Name sich mit dem Heiligen Grab in Görlitz verbindet, bekam er vom Rat die Zustimmung und einen entsprechenden Bauplatz am Rand der Stadt, im Bereich Steinstraße-Annengasse. Was in den drei folgenden Jahren entstand, war mehr eine Kirche als eine Kapelle. Von der ursprünglich reichen Ausstattung ist leider kaum etwas erhalten. Die Literatur berichtet von einem durch Hans Olmützer geschnitzten Hochaltar, der die Heilige Sippe abbildete, die sich auch als Fresko in der Kapelle Hans Frenzels Wohnhauses Untermarkt 5 findet. Es gab eine Orgelempore mit Maßwerkbrüstung, welche auf alten Zeichnungen noch zu erkennen ist und jetzt teilweise als Attika das um 1900 angefügte südliche Treppenhaus ziert. Besonders auffällig ist der äußere figürliche Schmuck, der aus der Frenzelzeit erhalten ist. Der kleine Engel unter der Figur der Anna zeigt ein Wappenschild mit den Initialen des Stifters. Unter der Figur des Josef vermutet man ein Bildnis des Baumeisters Albrecht Stieglitzer.
Im 19. Jahrhundert erfolgten dann die umfangreichsten Umbauten der Annenkapelle. Nachdem sie für kurze Zeit von der neu entstandenen katholischen Gemeinde genutzt wurde, erfolgte in der Mitte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Verbindung mit der Mädchenmittelschule, welche aus dem unmittelbar benachbarten ehemaligen Waisenhaus der Stadt entstanden war. Die heutige benachbarte Annenschule entstand erst 1900 als Ersatz für das Gebäude des alten Waisenhauses. Die profane Nutzung der Annenkapelle aber hat sich bis heute erhalten.
Die Aula der Annenschule wird regelmäßig vom Oberlausitzer Kunstverein für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt und ist in diesem Rahmen für Besucher zugänglich.
Dieser Punkt ist auch eine Station unseres Audioguides.
Bon à savoir
Horaires d'ouverture
Informations sur les tarifs
bzw. individuell je nach Veranstaltung
Arrivée et stationnement
von Dresden über die A4 bis zur Anschlussstelle Görlitz (94) und weiter auf der B6 und B99 Richtung Zentrum/Altstadt.
von Cottbus über die B115 und weiter auf der B6 und B99 Richtung Zentrum/Altstadt.
von Wrocław (Breslau) über die A4 bis zur Anschlussstelle Görlitz (94) und weiter auf der B6 und B99 Richtung Zentrum/Altstadt
von Bautzen/Löbau über die B6 bis zum Abzweig Görlitz-Rauschwalde und weiter über die Wiesbadener und Reichenbacher Straße Richtung Zentrum/Altstadt
von Zittau auf der B99 Richtung Zentrum/Altstadt
Mehr Informationen finden Sie unter: www.goerlitz.de/Anreise.html
Parken
Kostenpflichtige Parkplätze befinden sich am Obermarkt, in der Elisabethstraße oder im Parkhaus CityCenter Frauentor.
Öffentliche Verkehrsmittel
Die Annenkapelle befindet sich in der Nähe von der Haltestelle Demianiplatz, welchen Sie mit Bus oder Straßenbahn erreichen. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.goerlitztakt.de
Auteur(e)
Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH
Organisation
Das Landschaftswunderland Oberlausitz
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