Kleinenkneter Steine | 25a-c SMK
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Das Grab Kleinenkneten II dagegen beeindruckt mit einer außergewöhnlichen Anlage aus drei Grabkammern und nimmt damit in Niedersachsen eine Sonderstellung ein.
Ergänzt wird das Ensemble durch das deutlich kleinere Großsteingrab III, welches in den 1930er Jahren aus Dötlingen an diese Stelle versetzt wurde. Decksteine sind bei diesem Grab nicht mehr vorhanden.
Beim Betreten des baumumstandenen Areals, kommend von der Dorfstraße, stößt man zunächst auf Grab II. Seine Umfassung hat die Ausmaße von 34 x 6 bis 8 m. Einmalig ist die Aufnahme von insgesamt drei Grabkammern, die im Wesentlichen gut erhalten sind und an denen auch die Lage des Ganges noch ablesbar ist. Grab I übersteigt sogar noch die Ausmaße seines unmittelbaren Nachbarn. Es misst in der Umfassung 49 x 7 m. Untypischerweise erstreckt sich die Grabkammer in Nord-Süd-Richtung. Der Zugang zur Kammer zeichnet sich schlitzartig an der östlichen Langseite des Grabhügels ab. Die Zwickel der Umfassungssteine sind mit Trockenmauerwerk aus Bruchstein verfüllt.
Die Kleinenkneter Großsteingräber wurden zwischen 1934 und 1939 archäologisch untersucht. Anlass der Grabungen war eine damals geführte Debatte über die ursprüngliche Funktion der monumentalen Anlagen. Der Oldenburger Architekt Hermann Wille vertrat die Auffassung, es handele sich um Überreste germanischer Kultstätten, während die etablierte Forschung die Bauwerke bereits der Jungsteinzeit zuordnete und als Grabanlagen interpretierte.
Die Ausgrabungen unter Leitung des Karl Michaelsen, des damaligen Direktors des Staatlichen Museums für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg, bestätigten die Einordnung der Anlagen als jungsteinzeitliche Gräber der Trichterbecherkultur. Dabei wurden zahlreiche Funde geborgen, die wichtige Erkenntnisse über die Bestattungspraktiken und das Leben der Menschen vor mehr als 5.000 Jahren lieferten.
Im Anschluss an die Untersuchungen wurde insbesondere das Grab I rekonstruiert, um das ursprüngliche Erscheinungsbild eines Großsteingrabes anschaulich zu machen. Wichtig zu beachten ist, dass diese historische Rekonstruktion aus einer Zeit stammt, in der jungsteinzeitliche Megalithgrabanlagen mit den Urgermanen in Verbindung gebracht wurden und dementsprechend politisch instrumentalisiert wurden.
Die Grabungsdokumentation ist heute nur teilweise erhalten, da ein erheblicher Teil der Unterlagen während des Zweiten Weltkriegs verloren ging. Erhalten geblieben sind jedoch zahlreiche Funde, Fotografien und Berichte.
Die Ausgrabungen und ihre wissenschaftsgeschichtlichen Hintergründe geben zugleich Einblicke in die Archäologie der 1930er Jahre und den Umgang mit vorgeschichtlichen Denkmälern in dieser Zeit.
Die Großsteingräber sind Teil der Straße der Megalithkultur (SMK).
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Gut zu wissen
Öffnungszeiten
- Die Großsteingräber sind jederzeit zugänglich.
Preisinformationen
- Die Großsteingräber können jederzeit besucht werden.
Eignung
für jedes Wetter
Fremdsprachen
- Deutsch, Englisch
Anreise und Parken
- Mit dem ÖPNV:
Vom Bahnhof Wildeshausen (NWB Bremen – Osnabrück / Bus 270 Oldenburg- Wildeshausen) ca. 4,5 km
Mit dem PKW:
Von Wildeshausen auf der K 248 Richtung Colnrade/Goldenstedt. Auf Höhe Pestrup rechts auf den „Lohmühlenweg“ Richtung Kleinenkneten. Die Gräber liegen nach rund 2 km rechts der Straße im Wald und sind über einen kurzen Fußweg erreichbar.
Von Kleinenkneten auf der L 882 Richtung Wildeshausen. Nach ca. 1,5 km rechts Richtung Pestrup. Die Gräber liegen links der Straße im Wald (ausgeschildert) und sind über einen kurzen Fußweg erreichbar. Ansprechpartner:in
Arbeitsgemeinschaft Straße der Megalithkultur
Herrenteichsstraße 17-1849074 OsnabrückAutor:in
Organisation
Naturpark Wildeshauser Geest
Lizenz (Stammdaten)
Jonas Marhoff








