Alte Musik im Schloss Konzert 4

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Heinrich Schütz „Weihnachtshistorie“

Heinrich Schütz’ Historia von der Geburt Jesu Christi zählt zu den kostbarsten Werken der frühen deutschen Barockmusik. Als bedeutendster deutscher Komponist seiner Zeit verbindet Schütz die Kraft des Wortes mit einer eindringlichen musikalischen Ausdruckssprache und wird so zu einem einzigartigen Ausdeuter der biblischen Botschaft.

Schon in jungen Jahren sandte ihn sein Förderer Landgraf Moritz von Hessen nach Venedig, wo er an der Basilika San Marco bei Giovanni Gabrieli studierte. Dort begegnete Schütz dem neuen italienischen Stil, der die Bildhaftigkeit der Sprache in klangliche Gesten und musikalische Figuren übersetzte. Diese Ausdruckskunst prägte sein gesamtes Schaffen.

In der Weihnachtshistorie erhält jede Figur der biblischen Erzählung ihre eigene Klangfarbe: Der Verkündigungsengel erscheint im Sopran, die Hirten sprechen durch drei Altstimmen, die Weisen durch drei Tenöre und die Hohenpriester durch vier Bässe. Diese ungewöhnliche Besetzung verleiht jeder Szene ihren unverwechselbaren Charakter und lässt die Weihnachtsgeschichte in lebendigen musikalischen Bildern entstehen.

Die Leuchtkraft dieser Musik erinnert an den Isenheimer Altar in Colmar, dessen Engelskonzert die Geburt Christi in ein alles umfassendes Licht taucht. Auch Schütz umgibt das Weihnachtsgeschehen mit einer außergewöhnlichen Farbenpracht. Wie schon in seinen Psalmen Davids von 1619 setzt er ein reiches Instrumentarium ein: Violinen, Flöten, Zinken, Gamben, Posaunen, Fagott, Orgel und Theorbe verbinden sich zu einem festlichen Klanggemälde – einem barocken Klangfest zur Geburt des Christuskindes.

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