Musikfestspiele Saar: Zwischenwelten - Naghash Ensemble

Konzert

Altamenische Klänge neu erfunden für das 21. Jahrhundert. Freuen Sie sich auf einen besonderen Abend der Musikfestspiele Saar im historischen Brauereikeller Walsheim. 

Einführungsvortrag von Musikwissenschaftler Dr. habil. Mauro Fosco Bertola (Käte Hamburger Kolleg CURE – Universität des Saarlandes) »Musik als reparative Praxis: zum Konzert des Nagash Ensembles«.

Die jüngsten Werke des amerikanisch-armenischen Komponisten John Hodian vereinen traditionelle armenische Klänge mit Neuer Klassik und unbändiger Jazzenergie. Ausgehend von mittelalterlichen armenischen Gedichten erschaffen drei brillante Sängerinnen und vier Virtuosen an Duduk, Oud, Dhol und Flügel neue Musik, die fremd und zugleich vertraut klingt, irdisch und wie nicht von dieser Welt.

Im 15. Jahrhundert verfasste der armenische Priester Mkrtich Naghash ergreifende Gedichte über das Leben im Exil und die Beziehung des Menschen zu Gott. Über fünf Jahrhunderte später entdeckte der amerikanisch-armenische Komponist John Hodian ein Textfragment und wusste: Er hatte gefunden, wonach er jahrelang gesucht hatte.

»Ich hatte einige Jahre zuvor eine Sopranistin gehört, die in einem antiken Tempel mittelalterliche armenische Sakralmusik sang«, so Hodian. »Diese warme, reiche Stimme in der einmaligen Akustik des Tempels – es war das Schönste, was ich je gehört hatte. Als Komponist wollte ich sofort Musik schreiben, die diesen Klang auf neuartige Weise nutzen würde. Also suchte ich nach einem Text, den ich dafür vertonen konnte. Als ich schließlich auf Mkrtich Naghash stieß, war es, als spräche er über den Genozid an den Armeniern 1915 und die Geflüchteten des 21. Jahrhunderts. Die Texte waren tief bewegend und vollkommen zeitlos.«

Mit der Stimme der Sopranistin Hasmik Baghdasaryan im Ohr und den Texten von Mkrtich Naghash vor sich begann Hodian, erste Stücke zu komponieren, die Gründung des Naghash Ensembles folgte. Es entstand »eine Musik, von der man kaum sagen kann, ob sie alt oder neu klingt, fremd oder vertraut, west- lich oder östlich, schlicht oder komplex, minimalistisch oder mittelalterlich.« (BR Klassik)

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