Mainz blickt auf eine mehr als tausendjährige jüdische Geschichte zurück. Als eine der drei SchUM-Städte am Rhein war Magenza im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit und religiösen Lebens. Gemeinsam mit Speyer und Worms prägte Mainz das europäische Judentum nachhaltig. Heute ist dieses außergewöhnliche Erbe als UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten anerkannt – und zugleich Teil einer lebendigen jüdischen Gegenwart.
Ein besonderer Ort, an dem sich diese Geschichte unmittelbar erfahren lässt, ist der Alte Jüdische Friedhof „Judensand“. Mit nahezu 1.700 historischen Grabsteinen zählt er zu den bedeutendsten Zeugnissen jüdischer Geschichte in Deutschland. Viele Grabsteine stammen aus dem 11. bis 15. Jahrhundert; damit gehört der „Judensand“ neben dem Wormser „Heiligen Sand“ zu den ältesten jüdischen Friedhöfen Europas.
Ein neuer Höhepunkt für die Vermittlung dieses besonderen Erbes entstand direkt am Alten Jüdischen Friedhof: Das Besuchszentrum Sali-Levi-Haus an der Paul-Denis-Straße schafft einen behutsamen Zugang zu einem Ort, dessen religiöse und historische Bedeutung besondere Rücksicht verlangt.
Die Ausstellung im Besuchszentrum erzählt die Geschichte des „Judensand“ und ordnet ihn in den Zusammenhang der drei SchUM-Städte Mainz, Worms und Speyer ein. Auch das bis heute wirksame immaterielle Erbe der SchUM-Gemeinden wird thematisiert: Zahlreiche religiöse Bräuche des modernen Judentums haben ihre Wurzeln in den SchUM-Städten. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Grabsteine und ihre Inschriften, die von den Menschen und der Gelehrsamkeit des mittelalterlichen jüdischen Mainz erzählen.






