Ernst-Dienstbach-Steg

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Offiziell trägt der Fußgängersteg über die Lahn seit 1934 den Namen Ernst-Dienstbach-Steg. Bei den Weilburgern ist er jedoch nach wie vor als Kettenbrücke bekannt. Der Steg verbindet die Innenstadt über die Hainallee mit dem Odersbacher Weg, dem Weg zur Hauseley, dem Ortsteil Odersbach sowie dem Kanapee.

Die Kettenbrücke – heute Ernst-Dienstbach-Steg

Bevor sie als Fußgängersteg genutzt wurde, dienten die Kettenbrücke und ihre Vorgängerin, die sogenannte „Rote Brücke“, der Wasserversorgung der Stadt Weilburg. Ab 1888 war die städtische Wasserversorgung anderweitig gesichert, sodass die Brücke diesen Zweck nicht mehr erfüllen musste.

Der Name Ernst-Dienstbach-Steg erinnert an den Weilburger Bürger Ernst Dienstbach, der bei seinem Tod 1932 der Stadt 10.000 DM hinterließ, um den Bau des Fußgängerstegs zu finanzieren. Beim Neubau wurden die Brückenpfeiler für den Zugang auf die neue Ebene durchbrochen, und die Fußgängerebene aus Holzbohlen zwischen den stählernen Seitenteilen errichtet. Die Eröffnung fand am 27. Mai 1934 statt. Am 27. März 1945 wurde die Brücke gesprengt; nach Kriegsende erfolgte der Wiederaufbau, der am 12. November 1946 abgeschlossen wurde. Eine umfassende Renovierung 1992 ersetzte die ursprünglichen Holzbohlen durch Stahlmatten.

Der Name Kettenbrücke, der bis heute gebräuchlich ist, erinnert an die Vorgängerbrücke aus Ketten – die erste ihrer Art in Kontinentaleuropa. Acht Ketten, jede aus 30 geschmiedeten Eisengliedern von jeweils ca. 3,5 cm Stärke und 1,80 m Länge, verbanden die aus massiven Sandsteinblöcken erbauten Brückenpfeiler. Die Brücke hatte eine Breite von 2,40 m, und 50 cm über der Oberfläche verliefen die Wasserleitungsrohre.

Der Bau der Kettenbrücke wurde am 20. Juli 1784 in Auftrag gegeben, nachdem die „Rote Brücke“ am 27. Februar 1784 durch Hochwasser und Eisgang zerstört worden war. Die „Rote Brücke“ war Teil der herrschaftlichen Wasserversorgung, die unter Graf Johann Ernst ab 1706 errichtet wurde, um den Schlosskomplex und die Stadt mit Wasser zu versorgen. Das Wasser wurde aus Quellen in drei großen Reservoirs im Wehrholzwald gesammelt, über die Kranenkammer reguliert, zu einem Verteiler auf dem Kanapee geleitet und von dort über die Kettenbrücke zum Schloss und in die Stadt transportiert. Zum Ensemble gehörte auch der Kranenturm auf dem Kanapee, der um 1785 erbaut wurde.

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Ernst-Dienstbach-Steg
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35781 Weilburg