Saukopp - Aussichtspavillon bei Balduinstein
„Saukopp“ – kein besonders schöner Name für eine Erhebung mit einem phantastischen Ausblick. Wir erzählen Ihnen aber gerne, was es mit diesem eigenartigen Namen auf sich hat.
Zuerst schauen wir uns den zweiten Namensbestandteil „Kopp“ an, denn der ist schnell erklärt. Die alten Flurnamenbücher weisen darauf hin, dass mit „Kopp“ eine kleine Erderhöhung, ein rundlicher Hügel bzw. eine Bergkuppe gemeint ist. Dass „Kopp“ außerdem auch ‚äußerstes Ende‘ bedeuten kann, passt beides gut zu einem Aussichtspunkt.
Der Begriff „Saukopp“ gehört zu den sogenannten „Kulturnamen“. Er gibt einen Hinweis darauf, wie diese Gegend früher wirtschaftlich genutzt wurde.
Schon seit der Antike wurden Tiere – vor allem Schweine und Ziegen, aber auch Schafe, Rinder und sogar Pferde – in den Wald getrieben, damit sie dort Futter suchen konnten. Die Waldweide war über Jahrtausende hinweg die einzige Möglichkeit, Tiere zu mästen, ohne auf Futtermittel angewiesen zu sein, die auch vom Menschen verzehrt werden konnten. Außerdem musste kein Land umfangreich gerodet und Grünland angelegt werden, um die Tiere zu ernähren.
Im Wald sind Eicheln und Bucheckern besonders nährstoffreich, ebenso Blätter und Zweige junger Bäume. Der Verbiss reduzierte je nach Anzahl der Weidetiere die natürliche Verjüngung der Bäume, ließ aber den größeren, fruchttragenden Bäumen mehr Licht. Durch diese vorwiegend historische Waldnutzung, die vom Beginn der europäischen Jungsteinzeit bis über das Mittelalter hinaus üblich war, entstanden im Laufe der Zeit lichte, fast offene Wälder und baumbestandene Weiden.
Auf der anfänglich unübersichtlichen und zugewachsenen Waldweide musste das Vieh von einem Hirten für die Viehbesitzer der Dorfgemeinschaft gehütet werden, der dafür mit Hutgeld entlohnt wurde. Diese Huten (Hutewälder bzw. Hutweiden) sind also alte Kultur- und keine Naturlandschaften.
Die ausreichende Ernährung von Schweinen war immens wichtig. Sie bildete die Grundlage für Wachstum und Erfolg der Mast und beeinflusste entscheidend die Fleischqualität. Im Allgemeinen galt das Fleisch der Schweine, die mit Eicheln gemästet wurden, als qualitativ höherwertig. Die Eicheln machten das Fleisch „kernig“ und ausgesprochen wohlschmeckend. Im Gegensatz dazu wird das Fleisch bei einer hauptsächlichen Fütterung mit Bucheckern süßlich, weich und tranig.
Auf die besonders wertvolle Eichelmast bezieht sich auch die Redewendung: „Die besten Schinken wachsen an den Eichen.“
So verbirgt sich hinter dem Aussichtspunkt mit dem Namen „Saukopp“ eine interessante Bedeutung.
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