Stadtturm der ehem. Stadtbefestigung Allendorf (Lumda)
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Der alte Wehrturm, der einst Bestandteil der Stadtmauer von Allendorf war, gilt als das letzte Relikt der ehemaligen Stadtbefestigung. Diese musste im Anschluss an die Verleihung der Stadtrechte an Allendorf aufgrund einer Verordnung im Jahre 1370 gebaut werden. Der runde Turm ist sechs Meter dick und bis zur Dachtraufe dreizehn Meter hoch. An beiden Seiten des Turms ist heute noch der Maueranschluss zu erkennen. Die Stadtmauer war hier ungefähr zwei Meter dick und vier Meter hoch. Außen umgab die Stadtmauer einst ein Wassergraben, der zwei Meter unter der heutigen Straßendecke gelegen hatte. Mehrere Schießscharten und Lichtluken erhellten das Innere nur dürftig. Durch das runde 'Angstloch' in etwa 10 Meter Höhe war der enge Schacht zugänglich, den in der Mitte abermals eine Wölbung, diesmal mit viereckiger Öffnung unterteilte. Der Turm wurde demnach als Speicherraum, aber auch als Verlies benutzt. Eine Seilwinde mag für den Transport von Mensch und Material gedient haben.
Zugänglich war der Turm nur durch die etwa acht Meter hoch gelegene Tür an der Stadtseite, die vom Wehrgang aus, mittels Leitern, erreicht werden konnte. Auf die Bestimmung des Turmes als Gefängnis deutet auch die im Volksmund üliche Bezeichnung für das etwa 1 Meter schmale Gäßchen, das von der Borngasse dorthin führt, es heißt: "Seufzerallee".
Nachdem er seinen einstigen Sinn verloren hatte, geriet der Turm in Vergessenheit und wurde kaum beachtet. Die Stadtmauer verfiel und so verfiel der Turm, der nun nicht mehr zugänglich war in einen Dornröschenschlaf. Viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte wusste niemand, wie es im Inneren aussah. Für die Bewohner muss der Turm derzeit eine ganz besondere Faszination gehabt haben.
Im Rahmen eines Dorferneuerungsprogrammes wurde im Jahr 1980 ein Zugang zum Turm geschaffen, der bis dahin nicht existierte. Der Turm erhielt zu ebener Erde eine große Tür mit Eichenbrettern und alten Scharnieren. Im Inneren wurde eine Spindeltreppe geschaffen, deren 62 Stufen zu dem ehemaligen Eingang und weiter hinauf, in das Turmstübchen führen.
Lichtluken geben den Blick auf das Städtchen und die Landschaft frei.
-Auszug aus der Festschrift anläßlich der Einweihung nach der Restaurierung des Stadtturms am 04. Oktober 1980
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Gut zu wissen
Öffnungszeiten
Der Turm öffnet zu bestimmten Veranstaltungen seine Pforten und auf Anfrage.
Besichtigungen können unter Tel. 0 64 07/52 67 oder 01 60/94 93 95 44 sowie per E-Mail an heimatverein-allendorf-lda@web.de vereinbart werden.
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