Steinerne Brücke

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Die Steinerne Brücke ist eine 1769 errichtete Lahnbrücke in Weilburg.

Bereits zuvor standen an dieser Stelle mehrere Vorgängerbauten, die über viele Jahrhunderte hinweg die einzigen fahrzeugtauglichen Brücken zwischen Wetzlar und Limburg waren. Sie verbanden die Residenzstadt Weilburg mit dem Amtsort Merenberg und dienten lange Zeit als wichtige Verkehrsachse.

Viele Jahre führte zunächst die Bundesstraße 49, später die Bundesstraße 456, über die Steinerne Brücke. Mit dem Bau der neuen Oberlahnbrücke im Jahr 2004 – als Teil der Teilortsumgehung Weilburg – verlor die Steinerne Brücke jedoch ihre Bedeutung für den Fernverkehr.

Nach der Zerstörung der Brücke im Jahr 1408 durch Hochwasser und Eisgang wurde sie zunächst wieder aufgebaut, 1552 jedoch erneut beschädigt und zerstört. Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg veranlasste daraufhin den Neubau. Nachdem im Winter 1698/99 ein Brückenbogen eingestürzt war, konnte die Brücke zwar repariert werden, doch eine weitere vollständige Zerstörung in der Neujahrsnacht 1763/64 machte schließlich einen komplett neuen Bau notwendig.

Der heute noch bestehende Neubau der Steinernen Brücke, 83 m lang und 8,65 m breit, wurde von Karl Christian von Nassau-Weilburg in Auftrag gegeben. Die Bauarbeiten erfolgten von 1765 bis 1769 unter der Leitung von Johann Friedrich Sckell. Für das Fundament mussten rund 600 Bäume gefällt werden, deren Buchenstämme und Eichenplanken zu einem stabilen Pfahlrost verarbeitet wurden. Auf diesem ruhen die fünf Brückenbögen und sechs Pfeiler. Auf beiden Seiten der Pfeiler befinden sich keilförmige Wellenbrecher. Die Schalung sowie die Verkleidung der Brücke bestehen aus Lahnmarmor. 1770 wurde die Brücke gepflastert, 1774 folgten die seitlichen Brustmauern.

Zur Verringerung der Hochwassergefahr wurden zwischen 1782 und 1785 zusätzlich seitliche Flügelmauern errichtet. Von 1787 bis 1789 legte Johann Ludwig Leidner im Zusammenhang mit dem Bau der beiden Brückenhäuser einen Flutgraben an – möglicherweise auf Basis eines älteren Grabens –, der das Hochwasser um die Brückenhäuser herumleitete und den Abfluss beschleunigte.

Am 27. März 1945 wurde die Brücke von der deutschen Wehrmacht gesprengt und schwer beschädigt, jedoch nicht vollständig zerstört. Bereits am 12. November 1946 konnte sie wieder für den Verkehr freigegeben werden; die Restaurierungsarbeiten waren 1948 abgeschlossen.

Es handelt sich um eine steinerne Bogenbrücke mit fünf Korbbögen. Die Gesamtlänge beträgt 83 m, die Brücke ist mit Lahnmarmor verkleidet. Die lichten Weiten der fünf Bögen messen – vom Oberstrom beginnend – 12,50 m, 14,10 m, 15,70 m, 14,10 m und 12,50 m. Der fünfte Bogen überspannt den Mühlgraben. Die Pfeiler verfügen ober- und unterstromseitig über etwa 3,30 m lange Vorköpfe; ihre Breite variiert zwischen 3,40 m und 3,75 m. Der vierte Pfeiler steht auf einer kleinen Insel.

In der Mitte der Brücke wurde 1923 auf der Oberstromseite ein Mahnmal zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet, das eine Frau mit zwei Kindern zeigte. Dieses Denkmal wurde bei der Sprengung 1945 zerstört; 2006 entstand an gleicher Stelle ein nach historischem Vorbild gefertigtes neues Mahnmal.

Auf der Westerwaldseite – vom Oberstrom aus rechts – stehen die beiden barocken Brückenhäuser mit ihren Mansard-Walmdächern, die gemeinsam mit dem Weilburger Postamt das Bild des barocken Postplatzes prägen.


Unter dem Friedensdenkmal befindet sich die Inschrift:

„Aus unseres Volkes größter Zeit, von unserer Heimat tiefster Not soll dieser Stein, o Wanderer, dir erzählen.
Schau an das Kind, blick auf den Knaben, sie sollen es einst besser haben – dazu hilf mit.“

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Steinerne Brücke
35781 Weilburg