Totenberg
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Der Totenberg, eine Basaltkuppe nördlich des Staufenberger Ortsteils Treis an der Lumda, erhebt sich markant aus dem Lumdatal und erreicht eine Höhe von 357,5 Metern. Diese Erhebung birgt nicht nur geologische, sondern auch archäologische Schätze von großer Bedeutung. Am südöstlichen Hangfuß wurden altsteinzeitliche Steinwerkzeuge entdeckt, die auf eine sehr frühe menschliche Anwesenheit hinweisen. Besonders eindrucksvoll ist eine ringwallartige Struktur auf dem Gipfelplateau. Mit einer Ausdehnung von etwa 120 x 210 Metern birgt sie Streufunde aus verschiedenen Epochen, darunter der Michelsberger Kultur, der älteren Eisenzeit und des Frühmittelalters. Neuere Forschungen bestätigen, dass es sich bei der Struktur um eine Ringmauer aus karolingischer Zeit handelt, was auf die Bedeutung des Totenbergs während des Landesausbaus im 9. und 10. Jahrhundert hindeutet.
Die menschliche Begehung des Totenbergs reicht jedoch viel weiter zurück. Bereits vor rund 40.000 Jahren hinterließen Menschen hier Spuren in Form eines einzelnen Steinwerkzeugs. Besonders reichhaltig sind die Funde der Michelsberger Kultur aus der Jungsteinzeit um 4.000 v. Chr. Ebenso fanden Archäologen Hinweise auf eine Nutzung in der späten Bronze- und frühen Eisenzeit, etwa zwischen 1.000 und 500 v. Chr. Eine Konzentration von Funden aus der späthallstatt- und frühlatènezeitlichen Epoche um 500 v. Chr. unterstreicht die Bedeutung des Totenbergs in dieser Zeit.
Im Frühmittelalter erlebte der Totenberg eine erneute Blüte. Zahlreiche Metall- und Keramikfunde aus dem 9. und 10. Jahrhundert zeugen von einer intensiven Nutzung. Damals wurde der Berg mit der Befestigung versehen, deren verstürzte Reste noch heute sichtbar sind und nahezu zwei Hektar Fläche umfassen. Bei jüngeren Grabungen entdeckte man, dass die Mauer aus grob zugerichteten Sandsteinquadern und Basaltmaterial errichtet wurde. Kalkmörtel diente als Bindemittel. Auffällig ist, dass auf der Südseite der Anlage eine größere Lücke in der Befestigung besteht, was die Vermutung nahelegt, dass die Mauer unvollendet blieb.
Trotz intensiver Forschungen gibt es bislang keine Hinweise auf Wehranlagen, die vor der karolingischen Befestigung existierten. Schwach ausgeprägte rainartige Strukturen auf dem Plateau könnten jedoch auf eine solche deuten, möglicherweise aus der Zeit der Michelsberger Kultur. Zukünftige archäologische Untersuchungen werden hoffentlich mehr Klarheit über diese frühe Geschichte des Totenbergs bringen.
Die Lage des Totenbergs bietet bei guten Sichtverhältnissen im Winter eindrucksvolle Ausblicke. Von hier aus erstreckt sich der Blick über das Lumdatal bis hin zu den Höhen des Vogelsbergs, dem Taunus, dem Dünsberg und dem Stoppelberg bei Wetzlar. Diese landschaftliche Weite vermittelt ein Gefühl für die besondere geografische und strategische Bedeutung dieses geschichtsträchtigen zentralen Ortes.
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