Waldaubacher Sagenweg Sage 10
Zwischen Rothaarsteig und WesterwaldSteig bietet der Waldaubacher Sagenweg (9 km) wunderschöne Aussichten und zwölf spannende Sagen.
Sage 10
Katzhausen und der Ketzerstein
In der Wüstung Katzhausen war vor vielen Jahren frühmorgens ein junger Bursche, Karl Haas, mit seinen sechs Kühen und zwei Kälbchen auf eine Weide in der Nähe von Weißenberg aufgebrochen. Den ganzen Tag hütete er wie immer das ihm anvertraute Vieh. Als es anfing zu dämmern und er auf dem Heimweg war, stellte er fest, dass ein Kalbchen nicht mehr bei der Herde war. Sein Rufen blieb ohne Erfolg. Er suchte die Umgebung ab und kam auch an den mystischen „Ketzerstein" der von allen „Katzhäuser, besonders in der Dunkelheit, gemieden wurde. Man erzählte sich von Hexen, welche mit dem Teufel bei gespenstischem Feuerschein um diese riesigen Basaltblöcke tanzten. Hier fand Karl sein Kalb in erstarrter Haltung in eben diesem Feuerschein der Ketzersteine. Karl erschrak sehr, als er zwei dunkle Gestalten, deren Schatten durch das Licht des Feuers immer größer wurden, auf sich zukommen sah. Nachdem er den Schreck überwunden hatte, schnappte er sich das junge Kalb am Strick und flüchtete zurück zu seiner kleinen Herde, welche jenseits der „Ketzersteine" friedlich grasten. Er zitterte noch wie Espenlaub, als er nach Katzhausen zur Hütte seiner Eltern zurückkehrte. Das Kalb war noch Wochen nach diesem Ereignis wie verwandelt und wich dem jungen Karl nicht mehr von der Seite.
Sage erzählt von einem ungenannten Waldaubacher Bürger
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