Waldaubacher Sagenweg Sage 5
Zwischen Rothaarsteig und WesterwaldSteig bietet der Waldaubacher Sagenweg (9 km) wunderschöne Aussichten und zwölf spannende Sagen.
Sage 5
Fürst und Schimmelfohlen zu Mademühlen
Der Fürst von Dillenburg ritt eines Tages mit seinem Jagdgefolge an der Fohlenherde unseres Dorfes vorbei. Zwei wunderschöne Schimmelfohlen erregten die Aufmerksamkeit des fürstlichen Herrn der sich bei dem Hirten angelegentlich nach dem Besitzer der beiden schönen Fohlen erkundigte, auch insonderheit, ob dieselbe nicht verkäuflich seien. Er gab seinem Wunsch Ausdruck, die Fohlen wenn irgend möglich, zu erwerben. Der ein reichliches Trinkgeld erhaltene Hirte hatte selbstverständlich am Abend nach der Heimkehr der Herde nichts Eiligeres zu tun, als die Fohlenbesitzer von dem Wunsch des fürstlichen Herrn in Dillenburg in Kenntnis zu setzen. Noch am nämlichen Abend kamen die Fohlenbesitzer überein, die beiden Schimmelfohlen gemeinschaftlich von dem Besitzer zu erwerben und dieselben im fürstlichen Herrn zum Geschenk zu machen. Gesagt! Getan! Noch hatte sich der Fürst am anderen Morgen nicht vom Lager erhoben, da standen schon die beiden Schimmelfohlen im Schloßhofe zu Dillenburg. Der durch das Geschenk überaus erfreute Fürst verfügte sofort, dass unserem Orte ein beträchtlicher Teil des Zehnten erlassen würde. Wie eingangs erwähnt, bestand diese Befreiung tatsächlich und wurde mit diesem Fohlengeschenk in Verbindung gebracht, was auch durchaus glaubwürdig erscheint, da doch ein besonderer Grund für diese Befreiung vorgelegen haben muss.
Sage 2 aus dem Buch
"Sagen des Westerwaldes"
Westerwaldverein e.V.
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