Waldaubacher Sagenweg Sage 12
Zwischen Rothaarsteig und WesterwaldSteig bietet der Waldaubacher Sagenweg (9 km) wunderschöne Aussichten und zwölf spannende Sagen.
Sage 12
Die Wilden Weiber und die Menschen
In der Wildweiberhäuschen-Höhle oberhalb Langenaubach wohnten vor langer Zeit die wilden Weiber. Oft sah man sie vor dem Eingang sitzen. Da kämmten sie ihr Haar und sangen schöne Lieder. Sie waren allen guten, fleißigen Menschen zugetan und halfen ihnen, wo sie nur konnten. Am Hang der Fuchskaute wohnte ein armer, aber rechtschaffender Schäfer, dem sie besonders gewogen waren. Zu ihm kamen sie oft, buken ihm gutes Brot, dass er nie Hunger zu leiden brauchte, und zeigten ihm die heilkräftigen Kräuter für seine kranken Schafe. Vielen fleißigen Leuten halfen sie sogar bei der Ernte. Im Dorf lebt einmal ein arbeitsames, ehrbares Mädchen. Als dieses Hochzeit hatte, luden sich die Wilden Weiber zum Festschmaus ein und überreichten vor dem Abschied der Braut ein Bündel gesponnenen Flachses. Den anderen Gästen erschien das Geschenk viel zu gering. Die Braut aber bedankte sich herzlich und verwahrte den Flachs gut. Am anderen Morgen fand sie die Fasern des Flachses aus lauterem Gold und Silber gesponnen und Perlen hineingewoben.
Sage 210 aus dem Buch
"Sagen des Westerwaldes"
Westerwaldverein e.V.
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