Waldaubacher Sagenweg Sage 4
Zwischen Rothaarsteig und WesterwaldSteig bietet der Waldaubacher Sagenweg (9 km) wunderschöne Aussichten und zwölf spannende Sagen.
Sage 4
Die Kutsche mit sechs Schimmeln
Zu Driedorf auf dem Westerwalde standen ehedem zwei stattliche Burgen, von denen die eine die obere Burg, die andere das Junkernschloß genannt wurde; beide sind jetzt zerfallen und nur spärliche Mauerreste Zeugen noch von der einstigen Herrlichkeit. Von dem Junkernschloß erzählt man, dass es mit dem Schlosse zu Beilstein durch einen unterirdischen Gang verbunden gewesen sei, was bei der Entfernung von einer Wegstunde recht unwahrscheinlich ist. Die beiden alten Schlösser stehen aber noch in anderer Beziehung zueinander.
Nachts, mit dem Glockenschlage 12, ersteht das Junkernschloß aus seinen Trümmern, seine Tore öffnen sich, und herausfällt eine prächtige Kutsche, bespannt mit sechs Schimmeln, die ihre Köpfe sämtlich in der Seite tragen. In schneller Fahrt geht es zum Schlosse in Beilstein, das ebenfalls in alter Pracht entstanden ist. Dort weil der Wagen eine Zeitlang und kehrt dann auf demselben Wege nach Driedorf zurück.
Die Tore des Junkernschlosses schließen sich wieder und die ganze Herrlichkeit verschwindet. Ein achtbarer und ehrenwerter Mann versicherte, dass er das Geisterfuhrwerk mit eigenen Augen gesehen habe; es sei ihm auf einem nächtlichen Gange, den er habe machen müssen, selbst begegnet.
Sage 3 aus dem Buch
"Sagen des Westerwaldes"
Westerwaldverein e.V.
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